Namensherkunft  Neue Erkenntnisse und Hinweise zum Thema „Namensherkunft“ Es gibt viele Forschungsansätze, doch die Namensherkunft der Wegelnburg ist bis heute unklar gewesen. Heutiger Name Wegelnburg 1247 Waeglenburc 1282 Wegelenburg 1309 Wegelenburch 1316 Wegelnburg 1322 Wegelnburg 1371 Wegillinburg 1401 Wegelnburg 1402 Wegelnburg die vesten 1444 Wegelnburg 1578 Wegelburg 1402 Wegelenburg die vesten 1444 Wegelnburg 1578 Wegelnburg. Die Etymologie (Herkunft und Geschichte eines Wortes und seiner Bedeutung) des Wortteils „Wegeln“ ist unsicher, ebenso die von Ernst Christmann (Lit.: ChrSN II, 83;PBL IV.2,256) zum Personennamen Wegilo geschaffene Verbindung, die als hypokoristische Bildung zum PN Wago (FöPN 1487) als denkbar bezeichnet wird. Nach Meinung von Ernst Christmann, soll  in der Zeit der Erbauung der Burg, ein Adliger namens Wegilo gelebt haben. Nach diesem Wegilo soll die Wegelnburg benannt sein. ,. „Waeglenburc“ oder auch von “Woeglenburc“ nannte sich der Ministeriale, welcher sich wahrscheinlich nach der Burg benannte; es ist stark zu bezweifeln, dass die Burg nach diesem Minestrale benannt wurde. Die erste Namensnennung der Burg erfolgte 1247, als König Konrad IV. dem Grafen Friedrich III. von Leiningen, das Dorf Sankt Paul bei Weißenburg und die Lehen, die zuvor ein B. [Berthold?] de Waeglenburc (oder auch „von Woeglenburc"), der kinderlos gestorben war, besessen hatte, neu verlieh, siehe nachstehende Urkunde (Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde Kaiserslautern:  Pfälzisches Burgenlexikon. 1. Auflage. IV.2, S. 251). Durch diese Urkunde und die Nennung jenes namentlich nicht vollständig bekannten Verstorbenen, sowie dem ältesten Baubestand der Burg, wird die Erbauungszeit von verschiedenen Historikern auf die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts datiert und fälschlicherweise die Ministerialen von Wegelnburg, oder die Familie von Wegelnburg, als die Erbauer der Reichsburg genannt. Sich nach der Burg nennende Ministerialen sind jedoch sonst nicht zu belegen. 1282 wird eine „domina Mia in Mirmebere (Kloster am Rhein bei Beinheim) dicta de Wegelenburg“ genannt (ABR 12J 178). In Untersuchungen zu einem Adelsgeschlecht (Peter Müller, die Herren von Fleckenstein im späten Mittelalter) bemerkt Peter Müller: Schwierigkeiten bereitet die Ermittlung möglicher besitzgeschichtlicher Zusammenhänge bei den Burganlagen (Burgengruppe) in der direkten Umgebung des Fleckenstein. Nicht völlig ausschließen lässt sich, dass auch die Wegelnburg zu dieser Burgengruppe gehörte, da auf den meisten dieser Anlagen Familien ansässig waren, die sich später auch nach diesen benannt haben. Die Festen sind jedoch nicht ohne weiteres, als von verschiedenen Vertretern eines Geschlechts angelegte Tochterburgen anzusprechen, auch wenn Ihre Lage die Annahme derartiger Zusammenhänge nahezulegen scheint. Belegt ist einzig der Löwenstein, der sich bis 1282 in Händen eines Wolfram von Fleckenstein befand, bei der Wegelnburg , lässt sich jedoch nicht mehr ermitteln , ob jener 1246 genannte „B. von Woeglenburg“ dem Familienverband der Fleckensteiner angehörte. Eine Verbindung wird hergleitet, dass der zur Wegelnburg gehörende Besitz in Lembach und Großen Siebentheil,  wo auch die Herren von Fleckenstein und die Puller von Hohenburg begütert waren (vgl. Lehmann, Hanau Lichtenberg II. S.345: zu den Besitzverhältnissen im Großen Siebentheil, an dem neben den Fleckensteiner und dem Herzog von Pfalz-Zweibrücken auch noch die Sickinger als Erben der Puller von Hohenburg beteiligt waren)  ursprünglich einmal eine Einheit gebildet haben können. Dr. Thomas Biller schreibt zu diesem Thema Namensherkunft in seinem Buch („Die Burgengruppe Windstein und der Burgenbau in den nördlichen Vogesen“): Erwähnenswert ist die Ähnlichkeit der heutigen Namen Wegelnburg und Wengelsbach. Wengelsbach ist als "Wendelesloch" schon 1196 in der Grenzbeschreibung der Herrschaft Bitsch genannt, wobei nicht bewiesen ist, dass es sich dabei bereits um eine Siedlung handelt, da "- loch" (= Wald) auch ein Flurname sein könnte. Damit kommt Dr. Thomas Biller im Zusammenhang mit dem Wengelsbach,  ziemlich nahe an die Herkunft des Namens, Die von Thomas Biller und Peter Müller geäußerte Vermutung, wonach die Wegelnburg, Mitte des 13. Jahrhunderts Besitz der Reichsministerialen von Fleckenstein gewesen sein könnte, ist wahrscheinlich richtig. Allerdings gibt es bis dato keine Schriftquellenbelege. Auch lässt sich aus der Zuordnung des Besitzes zu den Fleckensteinern keine Verbindung zu der Namensgebung ableiten. Die vermutete These ein Ministeriale (von wem auch immer) hätte die Burg erbaut, lässt sich nicht belegen. Ministeriale waren eine Oberschicht ursprünglich unfreier „Dienstmannen“ (Dienstleute) im Hof-, Verwaltungs- und Kriegsdienst. Sie wurden von ihrem Grundherrn mit einer besonderen Funktion betraut, wie etwa der Leitung eines Hofes, der Führung der Finanzen (Kanzlei) oder der Leitung verschiedenster Besitzungen. Im 11. Jahrhundert, in dem sich das Ministerialen-Tum begann, auszubreiten, setzte sich der Begriff als endgültige Bezeichnung für eine privilegierte Gruppe unfreier Dienstmannschaften durch. Im   12.   Jahrhundert   durften   sich   die   Ministerialen   mit   dem   Titel   „milites“,   also   Ritter ,   bezeichnen,   der   bis   dahin   dem   niederen   und   höheren Adel    vorbehalten   war.   Ministeriale   waren   auch   Hörige    aus   der   Schicht   des   Bauernstandes ,   es   ist   deshalb   fast   auszuschließen,   dass   man   die Burg nach einem Ministerialen benannt hat.  In dem Buch „Der Torn soll frey stehn“ (Übel, Rolf.:  Der Thorn soll frey stehn, Seite 93)  ist zu lesen, dass sich die Burg, das „Wegelenburg castrum", 1282 im Besitz der Herren von Fleckenstein befand. Dieser angebliche Besitz sagt jedoch nichts darüber aus, dass die Fleckensteiner auch die Erbauer oder Namensgeber der Burg waren. Nachdem keine urkundlich gesicherten Namenbelege der Burg aus mittelalterlicher, oder frühneuzeitlicher Zeit bekannt sind und die von Wolfgang Schultz vermutete Deutung, wonach sich der Name von „Wögeln“, d. h. von Teichen und Fischwögen im Bereich der Burg (Schultz, Die Wegelnburg 1984,S.27) ableitet, von Dr. Roland Puhl (siehe, frdl. Hinweis im Pfälzischen Burgen Lexikon IV.2 St-Z „die Deutung ist hinsichtlich des Benennungsmotives sehr unwahrscheinlich“) abgelehnt wird, wenden wir uns der Deutung von Ernst Christmann zu, dass der Burgenname den Personennamen „Wegilo“ enthält, zu. Diese Theorie soll deshalb nochmals untersucht werden. Bei einer Trennung der Bezeichnung Wegelnburg erhalten wir zwei Namen, „einen Personen- oder Familiennamen“ und den Begriff „Burg.“   Obwohl bereits in germanischer Zeit der eine oder andere Familienname benutzt wurde, setzt sich in Deutschland die Verwendung von  Familiennamen erst etwa  im 12. Jh., allerdings nur in der sozialen Oberschicht, durch. Die ersten, die sich der Familiennamen bedienten, waren die Adligen, dann das Patriziat, darauf das Kleinbürgertum und schließlich später die ländliche Bevölkerung. Familiennamen haben sich aus speziellen Gründen entwickelt - als wichtigster Teil wohl aufgrund der Erbansprüche auf Besitz, Beruf usw., welche sich durch einen vererbten Namen ausdrücken lassen. Dies war für den Adel vorrangig, nachdem Konrad II. ab 1037 die Erblichkeit der Lehen zugestanden hatte. So finden sich die ersten deutschen Familiennamen beim Adel gegen Ende des 10. Jh.. Der zweite Teil des Namens  „Burg“ ist so zu verstehen, dass der Ursprung „Burg“  mit  „Berg“ und „bergen“ in Verbindung gebracht werden muss. Im engeren Sinn beschreibt die Definition des Wortes „Burg“ den befestigten und gesicherten Sitz eines mittelalterlichen Grund- und Feudalherren. Das Recht, Burgen zu bauen, welches die ersten karolingischen Kaiser ausschließlich für sich in Anspruch nahmen, ging gegen Ende des 9. Jahrhunderts auf die weltlichen und geistlichen Fürsten über und wurde im Laufe des 10. Jahrhunderts den Grafen - und bald auch den Herren-Geschlechtern - anheimgegeben, besonders, wenn sie in ihrem Großgrundbesitz die Landeshoheit ausübten. Nur auf fremden Gebieten war ihnen der Bau von Burgen verboten. Später wurde man in der Zulassung des Burgbaues auch  gegen die mindermächtigen und kleineren Lehensträger nachsichtiger. Im 11. und 12. Jahrhundert erwuchsen zahlreiche Adelsgeschlechter, mit ihnen mehrte sich das Streben nach neuem Ländererwerb und Burgenbau. Mit dem Machtverfall und dem Untergang der Hohenstaufen, ab der Mitte des 13. Jahrhundert und dem, dann stark gewordenen Ritterwesen, wurden abermals viele Burgen erbaut, diese trugen zum geringen Teil auch den Namen ihrer Erbauer. Die Wegelnburg wurde jedoch vor diesem Zeitraum gebaut. Für den Namen „Wegeln“ - oder nach Ernst Christmann „Wegilo“ - ist damit noch keine Erklärung gefunden. Der Begriff „Lehnswesen“, auch Feudalwesen (Feudalismus) oder Benefizialwesen, bezeichnet das politisch-ökonomische System der Beziehungen zwischen Lehnsherren und belehnten Vasallen. Es bildete die Grundlage der hochmittelalterlichen Gesellschaftsordnung der abendländischen Staaten, vor allem aber des Heiligen Römischen Reichs. Der Lehnsherr, welcher der rechtliche Eigentümer von Grund und Boden oder bestimmter Rechte war, verlieh diese dem Lehnsempfänger auf Lebenszeit. Dafür musste der Lehnsempfänger dem Lehnsherrn persönliche Dienste leisten. Oberster Lehnsherr war der jeweilige oberste Landesherr, König oder Herzog, der Lehen an seine Fürsten vergab. Diese konnten wiederum Lehen an andere Adelige vergeben, die sich von ihnen belehnen lassen wollten und oft in der Adelshierarchie unter dem Lehnsgeber standen. Das Lehen (Lehnsgut) ist zumeist ein Grundstück oder ein Komplex von Grundstücken, kann aber auch bestimmte Nutzungs- und Abgabenrechte bedeuten. Der betreffende Eigentümer ist der Lehnsherr (Lehnsgeber, dominus feudi, senior), der Berechtigte der Vasall (Lehnsmann, vassus, vasallus = der Knecht, auch einfach als Lehensempfänger oder Lehensträger bezeichnet), beide schwören einen Lehnseid. Die dem Vasallen zustehende Berechtigung nähert sich tatsächlich dem Eigentum so sehr, dass man dieselbe oft als nutzbares Eigentum (dominium utile) und das Recht des eigentlichen Eigentümers als Obereigentum (dominium directum) bezeichnet. Sprachlich hängt der Ausdruck „Lehen“ mit leihen zusammen, bedeutet also so viel wie geliehenes Gut, vergleichbar mit einem heutigen Darlehen, während das Wort „Feudum“ nach Ansicht einiger Etymologen vom lat. fides (Treue), richtiger aber wohl vom altdeutschen feo (das heißt Vieh, dann überhaupt „Gut“) abzuleiten ist. Den Gegensatz zum Lehen bildet das freie Eigentum, Allod oder Allodium, das ungefähr dem modernen Besitzrecht entspricht. Davon ausgehend, dass es einen adelige Vasallen namens Wegilo, bzw. Wegolo oder de Waeglenburc, gegeben hat, muss festgestellt werden, dass in der vorliegenden schriftlichen Überlieferung und nach der vorstehenden Definition lediglich von einen belehntem Vasall (lat. feudum, feodum, beneficium) die Rede ist und nichts von einem Allodium - somit Eigentum (dominium directum) -  gesprochen wurde. Es ist damit höchst unwahrscheinlich dass „de Waeglenburc“  der Erbauer oder Namensgeber der Burg war. Es gibt es noch andere Gründe, einen Adeligen namens „Wegilo“ oder „de Waeglenburc“ als Namensgeber kritisch zu betrachten. Die Dahner Burgen, die Hohenburg,  Löwenstein, Fleckenstein, Drachenfels, Trifels, Berwartstein, Froensburg, Windstein, Blumenstein, Falkenstein, Lindelbrunn, usw., tragen nicht etwa den Namen ihres Erbauers, vielmehr haben sich später Adelige nach ihrem Lehen benannt. So geht man bei der Burg  „Than“, eine der Dahner Burgen, davon aus, dass der Burgname auf die Erbauung im Wald (Tann) und nicht auf einen Adeligen namens Than zurückzuführen ist. Es bleibt damit die Frage, warum soll ausgerechnet die Wegelnburg den Namen eines Adeligen, der lediglich Lehnsträger war, erhalten haben? Eine   andere   Deutung   bezieht   sich   auf   den   „Simplicissimus“,   einen   Roman   von   Hans   Jakob   Grimmelshausen   (um   1625-1676).   Hier   wird   die Burg    als    „Schloss    Wagenburg    im    fleckensteinischem    Gebiet“    erwähnt,    was    auf    das    Wort    „Wagen“    hindeutet,    auch    eine    eher unwahrscheinliche Deutung (Grimmelshausen, H.J.: Der abenteuerliche Simplicissimus, 4. Buch, 9. Kap., Seite 329) . Im Zentrum der Benennung der ganz überwiegenden Masse der Burgen, steht der Burgstandort. Diesem topographischen Benennungsprinzip folgen alle Namen auf –berg, eck(en),-fels und stein, wobei  die topographischen Benennung vielfach nicht vom Grundwort getragen wird, sondern von der ganzen Namenkomposition. Namen wie Blumenstein, Fleckenstein, Hardenburg (alt:-berg) und weitere, enthalten im Vorderteil Elemente, die den Fels, Berg, oder Standort näher beschreiben. Die topographische Benennung reicht auch in die Gruppe der Namen auf –burg hinein, mit auf die Lage der Burg bezüglichen Namen wie Lauterburg oder Otterburg. Diese unterscheiden sich prinzipiell nicht von aus Berg-oder Felsnamen gebildeten Burgnamen, denn auch sie nennen die Burg nach ihrem Standort bzw. eben nach ihrer Lage.    Personennamen in Burgennamen, können den Namen des Burginhabers, Bauherren oder Initiators preisgeben (Reitzenstein, Burgennamen 311-328), sie sind insgesamt nur schwach vertreten (Pfälzische Burgenforschung Stand und Perspektiven 2008, Burgnamengebung), die Hälfte gehört schon in die Zeit vor 1150; für die darauf folgende Blütezeit des Burgwesens ist also eine sehr geringe Produktivität des Wortes Burg in der Burgnamengebung zu konstatieren. Zu der Bezeichnung mit Personennamen und Amtsbezeichnungen gibt es Schwerpunkte in zwei Phasen: eine frühe vom 11.Jahrhundert bis zu Beginn des 13. Jahrhunderts und eine späte um die Mitte des 14. Jahrhunderts. Die Erbauung der Wegelnburg fällt nicht in diesen Zeitraum.  Anzumerken ist, dass Burgbenennung nach König bzw. Kaiser, in den alten Königsgutlandschaften keine Rolle gespielt hat. Die Wegelnburg (Woeglenburc), steht mit ziemlicher Sicherheit, im Zusammenhang mit einem topographischen Element. Ab dem 13. Jahrhundert, mit dem Einsetzen deutschsprachiger Urkunden, werden Burgen, sowohl als burc „Burg“ oder Slöz „Schloss“ oder veste, vesten „Feste“ bezeichnet. Wobei mehrere dieser Termini (Wiesinger Seite 82-85) auf die gleiche Burg bezogen sein können. In der hoch- und spätmittelalterlichen Burgnamengebung, treten hier die Appellative Haus, Schloss und Feste überhaupt nicht mehr in Erscheinung. Dieses kann ein Hinweis auf die Erbauungszeit und den Standort der Burg sein. Die Deutung des Namens Wegelnburg im Zusammenhang mit der Identifizierung und Lokalisierung eines topographischen Elementes : Auf Seite 1367 des „Topographischen Wörterbuch  des Großherzogtums Baden (Krieger, Albert; Badische Historische Kommission [Hrsg.: Topographisches Wörterbuch des Großherzogtums Baden, Band 1, Seite 1367) (Heidelberg, 1904).] In: digi.ub.uni-heidelberg.de)  aus dem Jahre 1904 ist zu finden:
„Damals verlieh König Konrad IV. Graf Friedrich III. von Leiningen das Dorf Sankt Paul bei Weißenburg und die Lehen, die zuvor ein B. [Berthold oder Burkhard?] de Waeglenburc, der kinderlos gestorben war, besessen hatte. (1)  B.de Waeglenburc, FLA Amorbach.
Wegelbach, Zinken, Gem. Stahlhof (Waldkirch). – Wegelbach 1341 K. Berain, 8553 (Kloster Tennenbach). 1367 K. Wonnental (Hecklingen)1490 Z. 36,2331511, K. Berain 9283a (Stift Waldkirch). 1558 K. Johanniterarchive (Wegelbach). — von der Wegelbach 1565 K. Berain 7922 (Herrschaft Schioarzenberg). Schwarzenberg[Bach des Wegilo, Wagilo?]  Vgl. Waldkirch.
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Nach Dr. Thomas Biller ist die Ähnlichkeit der heutigen Namen Wegelnburg und Wengelsbach (in der Nähe der Wegelnburg liegend) , absolut erwähnenswert . Da Wegilo oder Wagilo den gleichen Namensursprung haben, sind die Begriffe „Wegelbach“, „Wengelsbach“ und „Wegilo“ (Wagilo), „Bach des Wegilo oder Wagilo“, für die Namensdeutung von äußerster Wichtigkeit, denn durch Waldkirch (Breisgau) fließt heute noch der „Wegelbach“, früher „Bach des Wegilo oder Wagilo“. Damit ist die Bezeichnung „Wegelbach“ die moderne Version von „Bach des Wegilo“.  Im „Germanischen Wörterbuch 1980“ von Gerhard Köbler, 2. Auflage 1982, ist zu finden:  Wagilo, germ., F.: nhd. Waschlappen, Handtuch, auch im Zusammenhang mit waschen. In dem Tal, das der Wegelbach durchfließt, finden wir oberhalb der Schwarzenburg, welche vermutlich um 1120 von den Schirmvögten des Frauenklosters  St. Margarethen unter Conrad von Waldkilcha erbaut wurde,  einen Bereich in dem früher  Bergbau betrieben und eine Silbergrube ausgebeutet wurde. Das Erz wurde im Wegelnbach gewaschen, somit kann folgende Deutung vorgenommen werden: Wegilo, Wegelnbach, Waschbach (ein Platz, ein Bach, ein Wasser zum Waschen des Erzes). Eine weitere enge Verbindung entsteht durch das Wort „ Wago, Wagon“ Bewegung, bewegen (Fundort Gerhard Köbler, Germanisches Wörterbuch 1980, 2.A. 1982)
Bereits in keltischer Vorzeit hat man im Übertagebau im Umkreis der Wegelnburg Eisenerz gewonnen. Durch eine Vielzahl von Funden, vierkantigen, auf beiden Seiten spitz zulaufenden Eisenbarren aus der Latenezeit oder jüngeren Eiszeit (400 v. Chr. bis Christi Geburt), aber auch Funde innerhalb des Ringwalls auf dem Maimont aus der Spätlatenezeit  lassen mit großer Sicherheit den Schluss zu, dass bereits den Kelten die Eisenerzlagerstätten in der Nähe der Wegelnburg bekannt waren. Pfalzgraf Stephan von Pfalz-Zweibrücken kaufte etwa 1452 den Ort Schönau von der Benediktiner Abtei St. Walburg im Hagenauer Forst und stellte ihn unter die Verwaltung des Amtes Wegelnburg. Kurze Zeit später, 1493, tritt erstmals der Eisenhüttenbetrieb der Gebrüder Weyl aus Hagenau in Schönau auf, damit tritt der Bergbau wieder in die  Wirtschaftsgeschichte der Wegelnburg ein.   An dieser Stelle ist jedoch nur das „Waschen“ des Erzes von Bedeutung, denn damit schließt sich der Kreis zu Wegilo. Ob das Erz im Tagebau von den Kelten oder unter Tage im Stollenvortrieb gewonnen wurde, es wurde immer gewaschen, oder bewegt. Damit ist die Namensherkunft der Wegelnburg geklärt:  Nicht von einem Adeligen namens Weglio oder Wagilo, der später als Lehnsnehmer nur den Namen der Burg angenommen hat, sondern vom Waschen des Erzes oder einem Erzwaschplatz in der Umgebung der Burg, als ein eines topographischen Element, stammt der Name .  Somit kann man auch auf die von Michael Lothar Cunz („Der Wasgenwald“) und später von Wolfgang Schultz übernommene, vermutete Namensherkunft, wonach der Name von „Wögeln“, d. h. von Teichen und Fischwögen herrührt, zurückkommen. Mit der Meinung, dass der Name der Burg mit Wasser zusammenhängt, lagen sie gar nicht so falsch.
Das Buch mit den neusten wissenschaftlichen Untersuchungen    zur Geschichte der Wegelnburg zur Falkenmühle zur Falkenmühle nach oben nach oben
Hinweis: Veröffentlichungen oder Auszüge sind unter der Voraussetzung der Quellenangabe gerne gestattet. Form der Quellenangabe, Druckwerke/PDF usw.: Name des Autors: Peter Müller-Helbling Titel des Werks: Die Wegelnburg
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          Namensherkunft Neue Erkenntnisse und Hinweise zum Thema „Namensherkunft“ Es gibt viele Forschungsansätze, doch die Namensherkunft der Wegelnburg ist bis heute unklar gewesen. Heutiger Name Wegelnburg 1247 Waeglenburc 1282 Wegelenburg 1309 Wegelenburch 1316 Wegelnburg 1322 Wegelnburg 1371 Wegillinburg 1401 Wegelnburg 1402 Wegelnburg die vesten 1444 Wegelnburg 1578 Wegelburg 1402 Wegelenburg die vesten 1444 Wegelnburg 1578 Wegelnburg. Die Etymologie (Herkunft und Geschichte eines Wortes und seiner Bedeutung) des Wortteils „Wegeln“ ist unsicher, ebenso die von Ernst Christmann (Lit.: ChrSN II, 83;PBL IV.2,256) zum Personennamen Wegilo geschaffene Verbindung, die als hypokoristische Bildung zum PN Wago (FöPN 1487) als denkbar bezeichnet wird. Nach Meinung von Ernst Christmann, soll  in der Zeit der Erbauung der Burg, ein Adliger namens Wegilo gelebt haben. Nach diesem Wegilo soll die Wegelnburg benannt sein. ,. „Waeglenburc“ oder auch von “Woeglenburc“ nannte sich der Ministeriale, welcher sich wahrscheinlich nach der Burg benannte; es ist stark zu bezweifeln, dass die Burg nach diesem Minestrale benannt wurde. Die erste Namensnennung der Burg erfolgte 1247, als König Konrad IV. dem Grafen Friedrich III. von Leiningen, das Dorf Sankt Paul bei Weißenburg und die Lehen, die zuvor ein B. [Berthold?] de Waeglenburc (oder auch „von Woeglenburc"), der kinderlos gestorben war, besessen hatte, neu verlieh, siehe nachstehende Urkunde (Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde Kaiserslautern:  Pfälzisches Burgenlexikon. 1. Auflage. IV.2, S. 251).
„Damals verlieh König Konrad IV. Graf Friedrich III. von Leiningen das Dorf Sankt Paul bei Weißenburg und die Lehen, die zuvor ein B. [Berthold oder Burkhard?] de Waeglenburc, der kinderlos gestorben war, besessen hatte. (1)  B.de Waeglenburc, FLA Amorbach.
Durch diese Urkunde und die Nennung jenes namentlich nicht vollständig bekannten Verstorbenen, sowie dem ältesten Baubestand der Burg, wird die Erbauungszeit von verschiedenen Historikern auf die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts datiert und fälschlicherweise die Ministerialen von Wegelnburg, oder die Familie von Wegelnburg, als die Erbauer der Reichsburg genannt. Sich nach der Burg nennende Ministerialen sind jedoch sonst nicht zu belegen. 1282 wird eine „domina Mia in Mirmebere (Kloster am Rhein bei Beinheim) dicta de Wegelenburg“ genannt (ABR 12J 178). In Untersuchungen zu einem Adelsgeschlecht (Peter Müller, die Herren von Fleckenstein im späten Mittelalter) bemerkt Peter Müller: Schwierigkeiten bereitet die Ermittlung möglicher besitzgeschichtlicher Zusammenhänge bei den Burganlagen (Burgengruppe) in der direkten Umgebung des Fleckenstein. Nicht völlig ausschließen lässt sich, dass auch die Wegelnburg zu dieser Burgengruppe gehörte, da auf den meisten dieser Anlagen Familien ansässig waren, die sich später auch nach diesen benannt haben. Die Festen sind jedoch nicht ohne weiteres, als von verschiedenen Vertretern eines Geschlechts angelegte Tochterburgen anzusprechen, auch wenn Ihre Lage die Annahme derartiger Zusammenhänge nahezulegen scheint. Belegt ist einzig der Löwenstein, der sich bis 1282 in Händen eines Wolfram von Fleckenstein befand, bei der Wegelnburg , lässt sich jedoch nicht mehr ermitteln , ob jener 1246 genannte „B. von Woeglenburg“ dem Familienverband der Fleckensteiner angehörte. Eine Verbindung wird hergleitet, dass der zur Wegelnburg gehörende Besitz in Lembach und Großen Siebentheil,  wo auch die Herren von Fleckenstein und die Puller von Hohenburg begütert waren (vgl. Lehmann, Hanau Lichtenberg II. S.345: zu den Besitzverhältnissen im Großen Siebentheil, an dem neben den Fleckensteiner und dem Herzog von Pfalz-Zweibrücken auch noch die Sickinger als Erben der Puller von Hohenburg beteiligt waren)  ursprünglich einmal eine Einheit gebildet haben können. Dr. Thomas Biller schreibt zu diesem Thema Namensherkunft in seinem Buch („Die Burgengruppe Windstein und der Burgenbau in den nördlichen Vogesen“): Erwähnenswert ist die Ähnlichkeit der heutigen Namen Wegelnburg und Wengelsbach. Wengelsbach ist als "Wendelesloch" schon 1196 in der Grenzbeschreibung der Herrschaft Bitsch genannt, wobei nicht bewiesen ist, dass es sich dabei bereits um eine Siedlung handelt, da "-loch" (= Wald) auch ein Flurname sein könnte. Damit kommt Dr. Thomas Biller im Zusammenhang mit dem Wengelsbach,  ziemlich nahe an die Herkunft des Namens, Die von Thomas Biller und Peter Müller geäußerte Vermutung, wonach die Wegelnburg, Mitte des 13. Jahrhunderts Besitz der Reichsministerialen von Fleckenstein gewesen sein könnte, ist wahrscheinlich richtig. Allerdings gibt es bis dato keine Schriftquellenbelege. Auch lässt sich aus der Zuordnung des Besitzes zu den Fleckensteinern keine Verbindung zu der Namensgebung ableiten. Die vermutete These ein Ministeriale (von wem auch immer) hätte die Burg erbaut, lässt sich nicht belegen. Ministeriale waren eine Oberschicht ursprünglich unfreier „Dienstmannen“ (Dienstleute) im Hof-, Verwaltungs- und Kriegsdienst. Sie wurden von ihrem Grundherrn mit einer besonderen Funktion betraut, wie etwa der Leitung eines Hofes, der Führung der Finanzen (Kanzlei) oder der Leitung verschiedenster Besitzungen. Im 11. Jahrhundert, in dem sich das Ministerialen-Tum begann, auszubreiten, setzte sich der Begriff als endgültige Bezeichnung für eine privilegierte Gruppe unfreier Dienstmannschaften durch. Im   12.   Jahrhundert   durften   sich   die   Ministerialen mit   dem   Titel   „milites“,   also   Ritter ,   bezeichnen,   der bis     dahin     dem     niederen     und     höheren     Adel   vorbehalten   war.   Ministeriale   waren   auch   Hörige   aus   der   Schicht   des   Bauernstandes ,   es   ist   deshalb fast    auszuschließen,    dass    man    die    Burg    nach einem Ministerialen benannt hat.  In dem Buch „Der Torn soll frey stehn“ (Übel, Rolf.:  Der Thorn soll frey stehn, Seite 93)  ist zu lesen, dass sich die Burg, das „Wegelenburg castrum", 1282 im Besitz der Herren von Fleckenstein befand. Dieser angebliche Besitz sagt jedoch nichts darüber aus, dass die Fleckensteiner auch die Erbauer oder Namensgeber der Burg waren. Nachdem keine urkundlich gesicherten Namenbelege der Burg aus mittelalterlicher, oder frühneuzeitlicher Zeit bekannt sind und die von Wolfgang Schultz vermutete Deutung, wonach sich der Name von „Wögeln“, d. h. von Teichen und Fischwögen im Bereich der Burg (Schultz, Die Wegelnburg 1984,S.27) ableitet, von Dr. Roland Puhl (siehe, frdl. Hinweis im Pfälzischen Burgen Lexikon IV.2 St-Z „die Deutung ist hinsichtlich des Benennungsmotives sehr unwahrscheinlich“) abgelehnt wird, wenden wir uns der Deutung von Ernst Christmann zu, dass der Burgenname den Personennamen „Wegilo“ enthält, zu. Diese Theorie soll deshalb nochmals untersucht werden. Bei einer Trennung der Bezeichnung Wegelnburg erhalten wir zwei Namen, „einen Personen- oder Familiennamen“ und den Begriff „Burg.“   Obwohl bereits in germanischer Zeit der eine oder andere Familienname benutzt wurde, setzt sich in Deutschland die Verwendung von  Familiennamen erst etwa  im 12. Jh., allerdings nur in der sozialen Oberschicht, durch. Die ersten, die sich der Familiennamen bedienten, waren die Adligen, dann das Patriziat, darauf das Kleinbürgertum und schließlich später die ländliche Bevölkerung. Familiennamen haben sich aus speziellen Gründen entwickelt - als wichtigster Teil wohl aufgrund der Erbansprüche auf Besitz, Beruf usw., welche sich durch einen vererbten Namen ausdrücken lassen. Dies war für den Adel vorrangig, nachdem Konrad II. ab 1037 die Erblichkeit der Lehen zugestanden hatte. So finden sich die ersten deutschen Familiennamen beim Adel gegen Ende des 10. Jh.. Der zweite Teil des Namens  „Burg“ ist so zu verstehen, dass der Ursprung „Burg“  mit  „Berg“ und „bergen“ in Verbindung gebracht werden muss. Im engeren Sinn beschreibt die Definition des Wortes „Burg“ den befestigten und gesicherten Sitz eines mittelalterlichen Grund- und Feudalherren. Das Recht, Burgen zu bauen, welches die ersten karolingischen Kaiser ausschließlich für sich in Anspruch nahmen, ging gegen Ende des 9. Jahrhunderts auf die weltlichen und geistlichen Fürsten über und wurde im Laufe des 10. Jahrhunderts den Grafen - und bald auch den Herren-Geschlechtern - anheimgegeben, besonders, wenn sie in ihrem Großgrundbesitz die Landeshoheit ausübten. Nur auf fremden Gebieten war ihnen der Bau von Burgen verboten. Später wurde man in der Zulassung des Burgbaues auch  gegen die mindermächtigen und kleineren Lehensträger nachsichtiger. Im 11. und 12. Jahrhundert erwuchsen zahlreiche Adelsgeschlechter, mit ihnen mehrte sich das Streben nach neuem Ländererwerb und Burgenbau. Mit dem Machtverfall und dem Untergang der Hohenstaufen, ab der Mitte des 13. Jahrhundert und dem, dann stark gewordenen Ritterwesen, wurden abermals viele Burgen erbaut, diese trugen zum geringen Teil auch den Namen ihrer Erbauer. Die Wegelnburg wurde jedoch vor diesem Zeitraum gebaut. Für den Namen „Wegeln“ - oder nach Ernst Christmann „Wegilo“ - ist damit noch keine Erklärung gefunden. Der Begriff „Lehnswesen“, auch Feudalwesen (Feudalismus) oder Benefizialwesen, bezeichnet das politisch-ökonomische System der Beziehungen zwischen Lehnsherren und belehnten Vasallen. Es bildete die Grundlage der hochmittelalterlichen Gesellschaftsordnung der abendländischen Staaten, vor allem aber des Heiligen Römischen Reichs. Der Lehnsherr, welcher der rechtliche Eigentümer von Grund und Boden oder bestimmter Rechte war, verlieh diese dem Lehnsempfänger auf Lebenszeit. Dafür musste der Lehnsempfänger dem Lehnsherrn persönliche Dienste leisten. Oberster Lehnsherr war der jeweilige oberste Landesherr, König oder Herzog, der Lehen an seine Fürsten vergab. Diese konnten wiederum Lehen an andere Adelige  vergeben, die sich von ihnen belehnen lassen wollten und oft in der Adelshierarchie unter dem Lehnsgeber standen. Das Lehen (Lehnsgut) ist zumeist ein Grundstück oder ein Komplex von Grundstücken, kann aber auch bestimmte Nutzungs- und Abgabenrechte bedeuten. Der betreffende Eigentümer ist der Lehnsherr (Lehnsgeber, dominus feudi, senior), der Berechtigte der Vasall (Lehnsmann, vassus, vasallus = der Knecht, auch einfach als Lehensempfänger oder Lehensträger bezeichnet), beide schwören einen Lehnseid. Die dem Vasallen zustehende Berechtigung nähert sich tatsächlich dem Eigentum so sehr, dass man dieselbe oft als nutzbares Eigentum (dominium utile) und das Recht des eigentlichen Eigentümers als Obereigentum (dominium directum) bezeichnet. Sprachlich hängt der Ausdruck „Lehen“ mit leihen zusammen, bedeutet also so viel wie geliehenes Gut, vergleichbar mit einem heutigen Darlehen, während das Wort „Feudum“ nach Ansicht einiger Etymologen vom lat. fides (Treue), richtiger aber wohl vom altdeutschen feo (das heißt Vieh, dann überhaupt „Gut“) abzuleiten ist. Den Gegensatz zum Lehen bildet das freie Eigentum, Allod oder Allodium, das ungefähr dem modernen Besitzrecht entspricht. Davon ausgehend, dass es einen adelige Vasallen  namens Wegilo, bzw. Wegolo oder de Waeglenburc, gegeben hat, muss festgestellt werden, dass in der vorliegenden schriftlichen Überlieferung und nach der vorstehenden Definition lediglich von einen belehntem Vasall (lat. feudum, feodum, beneficium) die Rede ist und nichts von einem Allodium - somit Eigentum (dominium directum) -  gesprochen wurde. Es ist damit höchst unwahrscheinlich dass „de Waeglenburc“  der Erbauer oder Namensgeber der Burg war. Es gibt es noch andere Gründe, einen Adeligen namens „Wegilo“ oder „de Waeglenburc“ als Namensgeber kritisch zu betrachten. Die Dahner Burgen, die Hohenburg,  Löwenstein, Fleckenstein, Drachenfels, Trifels, Berwartstein, Froensburg, Windstein, Blumenstein, Falkenstein, Lindelbrunn, usw., tragen nicht etwa den Namen ihres Erbauers, vielmehr haben sich später Adelige nach ihrem Lehen benannt. So geht man bei der Burg  „Than“, eine der Dahner Burgen, davon aus, dass der Burgname auf die Erbauung im Wald (Tann) und nicht auf einen Adeligen namens Than zurückzuführen ist. Es bleibt damit die Frage, warum soll ausgerechnet die Wegelnburg den Namen eines Adeligen, der lediglich Lehnsträger war, erhalten haben? Eine     andere     Deutung     bezieht     sich     auf     den „Simplicissimus“,    einen    Roman    von    Hans    Jakob Grimmelshausen    (um    1625-1676).    Hier    wird    die Burg           als           „Schloss           Wagenburg           im fleckensteinischem   Gebiet“   erwähnt,   was   auf   das Wort      „Wagen“      hindeutet,      auch      eine      eher unwahrscheinliche      Deutung      (Grimmelshausen, H.J.:   Der   abenteuerliche   Simplicissimus,   4.   Buch,   9. Kap., Seite 329). Im Zentrum der Benennung der ganz überwiegenden Masse der Burgen, steht der Burgstandort. Diesem topographischen Benennungsprinzip folgen alle Namen auf –berg, eck(en),-fels und stein, wobei  die topographischen Benennung vielfach nicht vom Grundwort getragen wird, sondern von der ganzen Namenkomposition. Namen wie Blumenstein, Fleckenstein, Hardenburg (alt:-berg) und weitere, enthalten im Vorderteil Elemente, die den Fels, Berg, oder Standort näher beschreiben. Die topographische Benennung reicht auch in die Gruppe der Namen auf –burg hinein, mit auf die Lage der Burg bezüglichen Namen wie Lauterburg oder Otterburg. Diese unterscheiden sich prinzipiell nicht von aus Berg-oder Felsnamen gebildeten Burgnamen, denn auch sie nennen die Burg nach ihrem Standort bzw. eben nach ihrer Lage.    Personennamen in Burgennamen, können den Namen des Burginhabers, Bauherren oder Initiators preisgeben (Reitzenstein, Burgennamen 311-328), sie sind insgesamt nur schwach vertreten (Pfälzische Burgenforschung Stand und Perspektiven 2008, Burgnamengebung), die Hälfte gehört schon in die Zeit vor 1150; für die darauf folgende Blütezeit des Burgwesens ist also eine sehr geringe Produktivität des Wortes Burg in der Burgnamengebung zu konstatieren. Zu der Bezeichnung mit Personennamen und Amtsbezeichnungen gibt es Schwerpunkte in zwei Phasen: eine frühe vom 11.Jahrhundert bis zu Beginn des 13. Jahrhunderts und eine späte um die Mitte des 14. Jahrhunderts. Die Erbauung der Wegelnburg fällt nicht in diesen Zeitraum.  Anzumerken ist, dass Burgbenennung nach König bzw. Kaiser, in den alten Königsgutlandschaften keine Rolle gespielt hat. Die Wegelnburg (Woeglenburc), steht mit ziemlicher Sicherheit, im Zusammenhang mit einem topographischen Element. Ab dem 13. Jahrhundert, mit dem Einsetzen deutschsprachiger Urkunden, werden Burgen, sowohl als burc „Burg“ oder Slöz „Schloss“ oder veste, vesten „Feste“ bezeichnet. Wobei mehrere dieser Termini (Wiesinger Seite 82-85) auf die gleiche Burg bezogen sein können. In der hoch- und spätmittelalterlichen Burgnamengebung, treten hier die Appellative Haus, Schloss und Feste überhaupt nicht mehr in Erscheinung. Dieses kann ein Hinweis auf die Erbauungszeit und den Standort der Burg sein. Die Deutung des Namens Wegelnburg im Zusammenhang mit der Identifizierung und Lokalisierung eines topographischen Elementes : Auf Seite 1367 des „Topographischen Wörterbuch  des Großherzogtums Baden (Krieger, Albert; Badische Historische Kommission [Hrsg.: Topographisches Wörterbuch des Großherzogtums Baden, Band 1, Seite 1367) (Heidelberg, 1904).] In: digi.ub.uni-heidelberg.de)  aus dem Jahre 1904 ist zu finden:
Wegelbach, Zinken, Gem. Stahlhof (Waldkirch). – Wegelbach 1341 K. Berain, 8553 (Kloster Tennenbach). 1367 K. Wonnental (Hecklingen)1490 Z. 36,2331511, K. Berain 9283a (Stift Waldkirch). 1558 K. Johanniterarchive (Wegelbach). — von der Wegelbach 1565 K. Berain 7922 (Herrschaft Schioarzenberg). Schwarzenberg[Bach des Wegilo, Wagilo?]  Vgl. Waldkirch.
Nach Dr. Thomas Biller ist die Ähnlichkeit der heutigen Namen Wegelnburg und Wengelsbach (in der Nähe der Wegelnburg liegend) , absolut erwähnenswert . Da Wegilo oder Wagilo den gleichen Namensursprung haben, sind die Begriffe „Wegelbach“, „Wengelsbach“ und „Wegilo“ (Wagilo), „Bach des Wegilo oder Wagilo“, für die Namensdeutung von äußerster Wichtigkeit, denn durch Waldkirch (Breisgau) fließt heute noch der „Wegelbach“, früher „Bach des Wegilo oder Wagilo“. Damit ist die Bezeichnung „Wegelbach“ die moderne Version von „Bach des Wegilo“.  Im „Germanischen Wörterbuch 1980“ von Gerhard Köbler, 2. Auflage 1982, ist zu finden:  Wagilo, germ., F.: nhd. Waschlappen, Handtuch, auch im Zusammenhang mit waschen. In dem Tal, das der Wegelbach durchfließt, finden wir oberhalb der Schwarzenburg, welche vermutlich um 1120 von den Schirmvögten des Frauenklosters St. Margarethen unter Conrad von Waldkilcha erbaut wurde,  einen Bereich in dem früher  Bergbau betrieben und eine Silbergrube ausgebeutet wurde. Das Erz wurde im Wegelnbach gewaschen, somit kann folgende Deutung vorgenommen werden: Wegilo, Wegelnbach, Waschbach (ein Platz, ein Bach, ein Wasser zum Waschen des Erzes). Eine weitere enge Verbindung entsteht durch das Wort „ Wago, Wagon“ Bewegung, bewegen (Fundort Gerhard Köbler, Germanisches Wörterbuch 1980, 2.A. 1982)
Bereits in keltischer Vorzeit hat man im Übertagebau im Umkreis der Wegelnburg Eisenerz gewonnen. Durch eine Vielzahl von Funden, vierkantigen, auf beiden Seiten spitz zulaufenden Eisenbarren aus der Latenezeit oder jüngeren Eiszeit (400 v. Chr. bis Christi Geburt), aber auch Funde innerhalb des Ringwalls auf dem Maimont aus der Spätlatenezeit  lassen mit großer Sicherheit den Schluss zu, dass bereits den Kelten die Eisenerzlagerstätten in der Nähe der Wegelnburg bekannt waren. Pfalzgraf Stephan von Pfalz-Zweibrücken kaufte etwa 1452 den Ort Schönau von der Benediktiner Abtei St. Walburg im Hagenauer Forst und stellte ihn unter die Verwaltung des Amtes Wegelnburg. Kurze Zeit später, 1493, tritt erstmals der Eisenhüttenbetrieb der Gebrüder Weyl aus Hagenau in Schönau auf, damit tritt der Bergbau wieder in die  Wirtschaftsgeschichte der Wegelnburg ein.   An dieser Stelle ist jedoch nur das „Waschen“ des Erzes von Bedeutung, denn damit schließt sich der Kreis zu Wegilo. Ob das Erz im Tagebau von den Kelten oder unter Tage im Stollenvortrieb gewonnen wurde, es wurde immer gewaschen, oder bewegt. Damit ist die Namensherkunft der Wegelnburg geklärt:  Nicht von einem Adeligen namens Weglio oder Wagilo, der später als Lehnsnehmer nur den Namen der Burg angenommen hat, sondern vom Waschen des Erzes oder einem Erzwaschplatz in der Umgebung der Burg, als ein eines topographischen Element, stammt der Name .  Somit kann man auch auf die von Michael Lothar Cunz („Der Wasgenwald“) und später von Wolfgang Schultz übernommene, vermutete Namensherkunft, wonach der Name von „Wögeln“, d. h. von Teichen und Fischwögen herrührt, zurückkommen. Mit der Meinung, dass der Name der Burg mit Wasser zusammenhängt, lagen sie gar nicht so falsch. Hinweis: Veröffentlichungen oder Auszüge sind unter der Voraussetzung der Quellenangabe gerne gestattet. Form der Quellenangabe, Druckwerke/PDF usw.: Name des Autors: Peter Müller-Helbling Titel des Werks: Die Wegelnburg
Das Buch mit den neusten wissenschaftlichen Untersuchungen    zur Geschichte der Wegelnburg