Lageplan Hauptburg Eine große, vollständig ausgestattete Burganlage enthält gewisse Bestandteile an Bauwerken, wie einen Palas (d.h. den Saalbau), eine Kemenate, (d.h. die Familien, besonders Frauenwohnung) eine Küche, einen Berchfrit (d.h. Turm), eine Ringmauer, eventuell ergänzt durch mehrere Torbauten, Mauertürme, eine Kapelle, einen Brunnen und diverse Nebenbauten für Gesinde. In der Vorburg war – so auf der Hohkönigsburg – manchmal ein Wirtshaus (Wurczhusz, Würtzhuss) für niedere Leute, welche der Burg-herr nicht selbst beherbergen wollte vorhanden.  Außerdem schlossen sich an die Hauptburg, die stets den Palas enthielt und fast immer auf der höchsten oder sonst sichersten Stelle des Burgplatzes lag, unmittelbar eine oder mehrere Vorburgen an. Die Ringmauer — bzw. die an ihrer Stelle stehenden Bauten — war außer-dem in geringem Abstande von einer zweiten oder sogar dritten Mauer umgeben, die dann den oder die mehreren Z w i n g e r einschlossen. Damit musste zunächst die Vorburg, oder die Zwinger, oder auch beide vom Belagerer eingenommen sein, ehe er an die Hauptburg kommen konnte. Nach diesen Vorgaben wurde der Platz für den Bau der Burg ausgesucht. Bei einer Höhenburg wie die Wegelnburg, waren diese Gegebenheiten auf dem 572 m hohen Sindelsberg, der mit durch seine die Umgebung überragende Lage und steil abfallenden Rändern, somit seinem ganzen Umfange nach, schon von Natur aus gegen Beschießung und Erstürmung gesichert war, in idealer Art und Weise vorhanden. Auf dem Gipfel mit seinen drei Felsen, war mehr als ausreichend Platz, für eine große Burganlage. Solche günstigen Burgplätze sind verhältnismäßig selten, zumal auch in Gebirgsländern die Burgen nur in mäßiger Höhe über der Talsohle er-richtet wurden, und für dieselben somit die in höherer Lage häufigeren, schwer zugänglichen Spitzen auch aus Kostengründen nicht in Betracht kommen konnten.  Die mancherlei — friedlichen, wie feindseligen Beziehungen welche die Burginsassen zu den Tal-bewohnern und zu den unten hinziehenden Straßen hatten, die Beschaffung der Lebensbedürfnisse, wie z.B. die Wasserversorgung und auch wohl die Notwendigkeit, auf oft schwierigem Terrain einen fahrbaren Weg bis zur Burg hinaufzuführen, das waren die anderen Gründe, welche es veranlassten, dass die Burgplätze nicht höher hinauf gewählt wurden, als es die Sicherheit der Inhaber erforderlich machten. Daher gehören Höhenlagen von etwa 500 bis 550 m über dem Tale schon zu den Seltenheiten und wurden in der Regel nur gewählt, wenn sich dort ein be-sonders günstiger Bauplatz fand. Eines der wenigen Beispiele solcher Höhenlage ist die Hohkönigsburg im Elsass (752m ü.M.), oder das Brigittenschloss, Burg Hohenrode in Sasbachwalden, in Baden mit 762 m. Auf den Umfang der Wegelnburg als Höhenburg, war aber auch die Gestaltung des Geländes von bestimmendem Einfluss. Um dem Feind nicht unmittelbar neben der äußeren Begrenzungsmauern einen ebenen Platz zum lagern und aufbauen von Kriegsgerät zu  lassen, baute man an den Rand des den Burgplatz begrenzenden Abhangs, eine alles umfassende Mauer. Allein schon aus diesem Grunde, muss die Burganlage mehrere hundert Meter lang gebaut worden sein. Bei der Wegelnburg könnte deshalb die besondere Konstellation vorhanden gewesen sein, dass es eine Hauptburg mit Zwinger und Vorhof (in dem sich das Haupteingangstor befand) und eine weiteren Nebenburg (heute Krötenstuhl und Wachfelsen) die ebenfalls mit einem Vorhof, bzw. Zwinger ausgestattet war, dazwischen befand sich dann ein befestige Wirtschaftshof, gegeben hat. Vereinfacht gesagt, es könnte die auch architektonische oder bautechnische Besonderheit zutreffen, dass es sich um zwei ganz voneinander getrennte Teile ein und derselben Burg handelte. Sindelsberg